Falls Europa erwacht: Gedanken zum Programm einer Weltmacht am Ende des Zeitalters ihrer politischen Absence (suhrkamp taschenbuch)


 
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Falls Europa erwacht: Gedanken zum Programm einer Weltmacht am Ende des Zeitalters ihrer politischen Absence (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch) "Falls Europa erwacht" ist eine 60-seitige "Instant"-Niederschrift einer umfassenden Betrachtung europäisch-politischem Bewusstseins, welches heute der unmodernen Tugend des Mutes und vor allem der visionären Phantasie eine neue Herausforderung abverlangt.
"Instant" ist dieser Essay, da Sloterdijk seinem Gedankenfluss jede verdünnende Phrase und Erklärung entzieht und den Leser mit seiner außergewöhnlichen Beredsamkeit unmittelbar konfrontiert, so wie man es von vielen seiner Werke gewohnt ist. Vielleicht ist es genau dieser Mangel an geistiger Masturbation, der den Autor immer wieder in die Negativkritik der Vertreter der "Mutter aller Wissenschaft" geraten lässt: Sloterdijk bietet uns ein Fazit, während so mancher "alte" und "neue" Denker durch ein Labyrinth des Begründungszwanges führt.

Auf dem Fundament seines weitreichenden Kulturwissens zeigt Peter Sloterdijk überzeugend historische Steuerungsprozesse, die bis heute europäisches Staats- und Machtverständnis prägen und offensichtlich als imperiales Gen die Europapolitik bestimmen und formen. Ohne eine durchgreifende Mutation an dieser Erbmasse, sieht der Autor keine Zukunft für eine moderne Kultur.
Besonders faszinierend ist sein Postulat nach einer ganz eigenen und fundamental neuen Vision, die jede traditionelle Rechtfertigung politischer Macht in transzendentem göttlichen Auftrag oder irdischem Elitebewusstsein ablegt und ganz neue Motive und Strukturen europäischen Bewusstseins beinhaltet, die sich - ohne jede Erfahrungswerte - gegen Konservativismen und vor allem gegen "historisch erworbene Skepsis" (Sloterdijk) durchsetzen müssen.
Sollte sich dem Leser die Frage stellen: "Welche Vision einer solchen Geistesrevolution vertritt Sloterdijk?" so bietet der Essay keine konkreten Begriffe. Der Philosoph ist hier ein analytischer Europa-Therapeut, der Neurosen aufzeigt und in das Bewusstsein bringt, was aber zu denken und zu tun ist, muss der Klient selbst in sich entdecken, damit er authentisch und autonom handeln kann.

Und hier, meine ich, hat Europa ein schweres Erbe: 2000 Jahre "selbstverschuldeter Unmündigkeit" bilden einen schier unüberwindlichen Schutzwall vor autonomen Neuronenfluss; diesen Limes gilt es zunächst zu erkennen und in Folge abzutragen sowie vor allem den Schutt fortzuschaffen, damit nicht hinter uns eine neue Grenze zur notwendigen Realität entsteht.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 15. Oktober 2007
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3. Eine kurze Tiefenanalyse (die aktuell angezeigte Rezension)
2. mehr als ein luzider Traum
1. Europa definiert
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