Märchenbox Vol. 3 - 3er Box im DIGIPAK - Sechs auf einen Streich 2. Staffel
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3 neuverfilmte Grimmsche Märchen
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Als ich jung war, gab es zu Weihnachten immer den Weihnachtsmehrteiler im ZDF. Später verlor sich diese Tradition und wurde nun von den Ländersendeanstalten in neuer Form wieder aufgegriffen. Jedes Jahr zu Weihnachten verfilmt jede der regionalen Sendeanstalten eines der grimmschen Märchen. So hat jedes der Märchen auch einen speziellen regionalen Charme.

In dieser Box sind die Märchen des BR (Schneewittchen), WDR (Rumpelstilzchen) und HR (Die Gänsemagd) enthalten, die bereits im November auch als einzelne DVDs für je 8,95 EUR erschienen sind:

SCHNEEWITTCHEN:
Schneewittchen - Sechs auf einen Streich 2. Staffel
Mit Schneewittchen, produziert vom Bayrischen Rundfunk, geht die Neuverfilmung der Grimmschen Märchen durch die staatlichen Sendeanstalten der verschiedenen Bundesländer zu Weihnachten in die zweite Runde. Laura Berlin spielt in dieser Verfilmung das Schneewittchen und Sonja Kirchberger gibt die böse Königin.

Die Verfilmung bleibt sehr nahe an der literarischen Vorlage. Ich fand diese Verfilmung leider nicht sonderlich gelungen. Die Figuren wirken eher leblos und stereotyp. Die Königin ist einfach nur von ihrer Schönheit besessen und bösartig. Schneewittchen ist zu unbedarft und zu gut und hat nicht wirklich eine eigene Persönlichkeit. Auch der Prinz bleibt eher farblos. Die Kulissen sind sehr sparsam und karg und auch an Statisten wurde besonders bei den "Ballszenen" sehr gespart, was diese eher halbfertig wirken lässt. Es gibt viele deutlich bessere Verfilmungen dieses Klassikers.

DIE GÄNSEMAGD:
Die Gänsemagd - Sechs auf einen Streich 2. Staffel
Prinzessin Elisabeths Vater war ein großer Drachentöter. Leider verstarb er bei seinem Kampf gegen den Drachen. So wurde die noch kleine Elisabeth mit dem Prinzen Leopold verlobt, dessen königlichem Vater Elisabeths königlicher Vater damals gegen den Drachen das Leben rettete.
Als die Zeit gekommen ist, dass die junge Braut zu ihren Bräutigam reisen soll, ist die Königin zu krank um ihre Tochter zu begleiten. Stattdessen soll die treue Magd Magdalena und das ehemalige Schlachtross ihres Vaters Falada Elisabeth auf der gefährlichen Reise begleiten. Aber die treulose Magd hat andere Pläne. In einer Zeit ohne Fotografie, wer soll da Magd von Prinzessin unterscheiden? Magdalena zwingt die Prinzessin zu einem folgenschweren Rollentausch: Aus der Magd wird eine Prinzessin und aus der Prinzessin eine Gänsemagd. Wem wird es gelingen das Herz des Prinzen zu erobern?

Die Gänsemagd ist eines der zumindest mir unbekannteren Märchen der Gebrüder Grimm. Die bekannteste bisherige Verfilmung dürfte wohl Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Falada sein.
Sowohl die prinzessliche Gänsemagd Elisabeth (Karoline Herfurth) als auch die böse Magd Magdalena (Susanne Bormann) sind beides schöne junge Frauen, so dass man in diesem Märchen nicht darauf schließen kann, dass nur hässliche Menschen böse sind, nein ganz im Gegenteil, auch schöne Menschen können böse sein und das ist eine wichtige Lektion.
Wahrer Adel liegt in der Gesinnung und im Herzen, da macht es schon sehr nachdenklich, dass sehr lange keinem auffällt, dass statt einer Prinzessin eine Magd an der königlichen Tafel sitzt.
Diese vom HR im Rahmen der Weihnachtsmärchen "Sechs auf einen Streich" verfilmte Märchen macht nachdenklich. Ist es nicht fair, dass auch die Magd einmal die Sonnenseite des Lebens genießen darf, nachdem sie Jahrelang rumgeschubst wurde und immer nur dienen musste? Geschieht es der Prinzessin nicht recht, dass sie einmal Gänse hüten muss? Ist eine von den beiden wirklich ein besserer Mensch, nur weil sie adelig geboren wurde? Natürlich siegt das Gute, aber tief im inneren wünscht man doch auch der Magd erfolg.
Ein zumindest für mich sehr zwiespältiges Märchen das nachdenklich macht, das hier sehr opulent mit tollen Kostümen in wunderbaren Kulissen umgesetzt wurde. Gedreht wurde im schönen Taunus auf der Ronneburg und auf Burg Kronberg, einer wahrlich märchenhaften Gegend.

RUMPELSTILZCHEN:
Rumpelstilzchen - Sechs auf einen Streich 2. Staffel
Müllerstochter Lisa liebt den Königssohn und er liebt sie. Dummerweise liebt der König nur eines: Gold. Lisas Vater, der Müller, ist ein Aufschneider und weiß nicht, wann es besser ist, mal seinen Mund zu halten. Als er wieder mit der Bäckerin des Schlosses schäkert, behauptet er, seine Tochter könne Stroh zu Gold spinnen. Der goldgierige König nimmt das dumme Geschwätz der zwei Schäkernden für bahre Münze und sperrt Lisa ein: Sie soll ihm Stroh zu Gold spinnen. Natürlich kann keiner Stroh zu Gold spinnen, mit einer Ausnahme: einem Unbekannten. Er bietet Lisa seine Hilfe an und sie willigt ein, aber der Preis ist hoch.

Der Star dieser Verfilmung ist eindeutig und unbestreitbar, das abgedrehte Rumpelstilzchen (Robert Stadlober). Neudeutsch würde mal wohl sagen, der ist krass drauf. Er bezeichnet die Müllerstochter schon mal als dumme Gans, unfähig und ist überhaupt ziemlich schräg drauf.
Es ist schon ein wenig traurig zu sehen, wie das einsame Rumpelstilzchen sich auf das Kind freut, schon eine Wiege gebaut hat und dann, ja dann kommt doch alles anders.
Die Diskussionen, die Lisa und Rumpelstilzchen führen, wie viele Namen sie nun an einem Abend aufzählen darf, wie groß der Zettel sein darf und in welcher Schriftgröße sind einfach zum brüllen komisch. Und der Knaller ist der Name, den das arme Königskind letztendlich bekommt.
Diese Verfilmung im Rahmen von "sechs auf einen Streich" stammt vom WDR, und so strotzt diese Verfilmung auch von aberwitzigem, kölschen Humor. Gedreht wurde in der malerischen Kulisse Schloss Bürresheim und es wurde weder an Statisten noch farbenfrohen Kostümen gespart.
Eine Wunderbare, witzige Verfilmung, bei der sich Kinder sicherlich kugeln werden, denn sie ist schon hart an der Persiflage des klassischen Grimmschen Märchen ohne dabei jedoch allzu sehr von der klassischen Vorlage abzuweichen.

FAZIT: Zwei wirklich sehr gelungene Neuverfilmungen und eine wenige gut gelungene, was diese Box durchaus kaufenswert macht, da sie immer noch leicht günstiger ist als die 3 DVDs einzeln zu erwerben.
Irritiert hat mich zunächst, dass die Box eine FSK von 6 Jahren hat, die einzelnen DVDs jedoch eine von 0. Das liegt daran, dass allein Schneewittchen mit einer FSK 6 freigegeben wurde, die anderen beiden Märchen mit FSK 0 und sich somit die Box nach der Altersfreigabe von Schneewittchen richtet.
Eine Rezension von callisto > Freiburg
vom 1. Januar 2010
Kundenrezensionen:
4. Wichtig für Märchenliebhaber
3. Einfach schön
2. schoene Verfilmung fuer Kinder
1. 3 neuverfilmte Grimmsche Märchen (die aktuell angezeigte Rezension)
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